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ROTTSTR5 – Projektgalerie im Bochumer Westend

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Ich war spät, die akademische Viertelstunde war bereits vorüber, die Einführung des Galeristen Georg Mallitz offensichtlich auch. Durch die eiserne Glastür konnte ich die gebannte Stille förmlich sehen – in Form einer Projektion am anderen Ende des Raums. Ich schlich mich hinein.

Was mich drinnen erwartete, hätte mich beinahe umgehauen. Mit dem Geräusch der ins Schloss zurück fallenden Eingangstür setzte ein derart ohrenbetäubender Donnerhall ein, dass ich für einen Augenblick die Orientierung verlor. Der klang jedoch rasch wieder aus und ging in das Sägen mehrerer Violoncelli über, die scheinbar die Wände hochkrochen. Erst jetzt überschaute ich die Szene vollständig.

Kaum auszumachen war auch Dietmar Bonnen, der die Live-Elektronik bediente und aus technischen Gründen hinterm Klavier kauerte. Er war dafür verantwortlich, dass zusätzliche virtuelle Violoncelli an der richtigen Stelle an den Wänden emporkrochen.

War das Geräusch zu Anfang Zufall? Sicher war der punktgenaue Einsatz des Güterzuges, der über die ehemaligen Nur-Brückengewölbe der Bochumer Bundesbahn hinwegdonnerte, für mich der Lohn der künstlerischen Mühen des Künstlers wie der Musiker. Die Galerie ist ein ausgebauter Gewölbebogen der Bahngleise an der Rottstraße Nummer 5. Die Klänge des Violoncello krochen deswegen die Wände hoch, weil die Monitorboxen nicht wie gewohnt ins Publikum gerichtet waren, sondern liegend gegen die gebogenen Wände gerichtet waren.

Zufall war sicher, dass nur mich der Einsatz so punktgenau getroffen hatte – ich nahm dies als Geschenk mit nach Hause …

L.K.

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